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Wiedersehen in Hühling

Heute geht es endlich richtig los mit meiner Sims-3-Nachbarschaftsdoku. Sie spielt eigentlich in der Nachbarschafts Queenstown, welche ich absolut großartig finde. Ich habe sie jedoch trotzdem etwas angepasst und in Hühling umbenannt. Außerdem spiele ich mit dem Story-Progression-Mod, welchen ich jedem weiter empfehlen kann, denn er vollendet die Idee der offenen Nachbarschaft perfekt. So, genug geredet. Viel Spaß mit dem ersten Teil und ich hoffe er gefällt euch.

Traurig sitzt Linda Krug auf der Bank. Wie lange sie schon da sitzt weiß sie nicht, aber wieso sie traurig ist, das weiß sie ganz genau. Sich selbst einzugestehen, dass sie wegen dem Besuch ihrer Schwester am traurigsten ist möchte sie es aber nicht. Hier an diesem Ort, ist ihr das unangenehm und sie findet es unpassend und wird daher traurig. Ein endloser Kreislauf, wie es scheint. Ein Platschen lässt Linda zusammenzucken.
Ein kleiner Fisch ist aus dem Wasser des Friedhofteichs gesprungen. Durch die Bepflanzung, die sich im Wind wiegt, blitzt immer wieder das Doppelgrab hervor. ‚Walter Krug und Hildegard Krug geborene Mühlheim‘ steht in den Stein gemeißelt. Seit knapp einem halben Jahr ruhen Lindas Eltern nun schon hier unter der Birke und jeden Tag hat Linda sie besucht und jedes Mal erneut Ausreden für ihre Schwester erfunden.
Heute belügt sie das Ehepaar, das bei einem Autounfall verstorben war, nachdem Walter am Steuer einen Herzinfarkt erlitt, jedoch nicht. Heute sitzt sie nur auf der Bank und legt sich die Worte zurecht. Linda hört im Hintergrund die Kirchturmuhr schlagen und macht sich schnell auf den Weg. Gerade noch pünktlich kommt sie zu Hause an und kann noch ein wenig aufräumen, denn kurz darauf klingelt es an der Türe und ihre Schwester Laura stürmt überschwänglich ins Haus. Sie hat sich kaum verändert, ist noch genauso hübsch wie früher, denkt sich Linda, als sie ihre Schwester vorsichtlich von hinten mustert.
Laura stellt schnell ihre Koffer ab und drückt dem Taxifahrer das Fahrtgeld in die Hand. „Es tut mir ja so schrecklich leid, dass ich nicht früher kommen konnte!“, erklärt Laura und erzählt eine atemberaubende Ausrede, die ihr vermutlich niemand abkaufen würde. In den letzten Tagen hat sich Linda immer wieder ausgemalt, wie sie reagieren wird, doch all dies scheint jetzt wie weggeblasen: „Jetzt bist du ja da.“ Sie streichelt tröstend den Arm ihrer kleinen Schwester, während eine Stimme in ihrem Kopf sämtliche bald heiser vom Schreien ist.
Den halben Nachmittag musste Linda sich Horrorgeschichten über die Anreise anhören und als Laura sich später hingelegt hat, um sich von der ansträngenden Anreise zu erholen, musste Linda noch etliche Besorgungen für ihre Schwester erledigen. Voller Wut pfefferte sie den Diätjoghurt in den Wagen, dass er aufplatzte und eine große Sauerei anrichtete. Beschämt beschließt Linda, dass sie sich mit ihrer Schwester aussprechen musste. Am Abend sitzen die zwei, auf Lindas Vorschlag hin, in der ehemaligen Lieblingskneipe von Laura. „Hier sieht es aus wie früher, aber sag mal, waren die Getränke hier früher auch schon so widerlich?“
Am liebsten hätte Linda geschrien, dass sie doch in ihrem dummen Simhattan geblieben wäre, wenn dort doch alles so toll war, doch stattdessen murmelt Linda nur irgendetwas vor sich hin. Den Mut für eine Aussprache kann sie nicht zusammen kratzen. ‚Ich mach es bestimmt morgen!‘ belügt sich Linda selbst.
Allzu schlecht konnte der Cocktail jedoch nicht sein, denn Lauras Glas ist sehr schnell ausgetrunken. Eifrig geht sie deshalb zur Bar und erklärt dem südländischem Barkeeper, wie man ihren Lieblingscocktail anständig mixt. Aus den Augenwinkeln merkt sie genau, dass sie von einem charmanten Herrn beobachtet wird. Laura stellt sich schon mal auf ein Freigetränk von dem Herren ein.
„Laura? Laura Krug?“ ungläubig wird sie angesprochen. Erschrocken zuckt Laura zusammen. „Das gibts ja nicht. Laura, du bist es wirklich. Weißt du nicht mehr? Ich bin der Florian. Du hast es früher geliebt dich über mein großes Gewicht lustig zu machen.“
Laura kann es kaum glauben, aber sie hatte wirklich auf ein Freigetränk von ‚Flopo‘ gehofft. Hastig erklärt sie, dass sie gerade erst angekommen sei und bewundert Florians Gewicht. Schnell setzt sie sich wieder zu ihrer Schwester. Diese ist zum Glück schon sehr müde und einverstanden baldmöglichst nach Hause zu gehen.